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Tauchen, Rostock, August 2006







-- 19.08.2006

An diesem Tag bin ich nach Rostock/ Hohe Düne zur Basis
DiveCenter Rostock gefahren.
Nach der langen Tauchpause von November 2005 war ich ein bisschen nervös. Was mich in der Ostsee erwarten würde, da war ich mir nicht so sicher. Auf jeden Fall würde es kälter, dunkler und weniger farbenfroh werden, als ich das gewohnt bin.

Ich habe an diesem Tag zwei Tauchgänge gemacht, in meinem Logbuch die TG 11 und 12.


Logbuch

Download kmz Datei "Tauchcenter Rostock" für Google Earth


-- TG 11, Kühlasserauslauf, vormittags
Diesen Tauchplatz erreicht man nach nur wenigen Minuten Fahrt mit dem Boot. Er liegt östlich der Basis und nur ca. 200 m vom Strand entfernt.
Abgetaucht wurde an der Ankerleine bis auf Grund, ca. 5 m. Nach dem Sprung rückwärts ins Wasser habe ich nur grün gesehen. Die Sicht betrug zwar teilweise bis zu 6 m, aber meist sah ich nur die Flossen des Tauchers vor mir.
Vom Briefing wusste ich, dass hier in mitten eines Steinfeldes ein deckelloser Stahlkessel mit einem Durchmesser von ca. 4-5 m liegt, der betaucht werden kann.
Über dem Kessel habe ich mich langsam fallen gelassen. Je tiefer ich kam, um so dunkelgrüner wurde es. Der Grund war nicht zu sehen. Ich habe den "Abstieg" abgebrochen, mich zwei anderen Tauchern angeschlossen und einige Runden um den Kessel über dem Steinfeld gedreht. Viel war nicht zu sehen, nur einige Krabben und kleine braune Fische. Dafür aber unzählige Miesmuscheln auf den Steinen.
Und dann mein erstes Erlebnis: Ich bin mit der alternativen Luftversorgung irgendwo hängen geblieben. Das Teil pendelte irgendwo unter meinem Bauch, hakte ein, ich kam nicht mehr vorwärts und bekam Panik. Meine Begleiter bemerkten das nicht und waren weg. Zum Glück konnte ich mich schnell beruhigen und dann befreien.
In fast 6 m Tiefe suchte ich Anschluss und fand aber nur den Kessel. Hier wartete ich ungefähr 5 min bis jemand vorbeischwamm. In der Zwischenzeit klarte das Wasser langsam auf und ich konnte meine nähere Umgebung gut beobachten: Steine, Muscheln und Krabben. Naja...
Später folgte ich einem anderen Taucher. Der hatte eine starke UW-Lampe dabei. Was vom Lichtkegel erfasst wurde, leuchtete in gelb, grün und rosa.
Nach gut 43 min beendeten wir den TG und irgendwie war ich froh, wieder ohne Lungenautomat atmen zu können.

-- TG 12, Wrack Seeleichter, nachmittags
Auch dieser Spot ist östlich des Basis, die Anfahrt dauert etwas länger.
In 4-5 m Tiefe haben Wissenschaftler der Uni Rostock das Wrack eines Seeleichters entdeckt. Wie lange der Kutter dort auf dem Sand schon liegt, kann keiner sagen. Ich denke aber, schon ziemlich lange, denn viel war nicht mehr übrig. Der Kiel lag im Sand begraben und es spießten nur noch einige Spanten in Richtung Sonne.
Abgetaucht wurde wieder an der Ankerleine zum östlichen der beiden Wrackteile. Überraschung: Die Sicht war hier wesentlich besser, als am Vormittag. Das gab mir mehr Sicherheit und ich konnte diesen TG genießen.
Ich vermied hektisches Hin- und Herschwimmen und hielt mich an einigen Stellen länger auf. Zu sehen waren wieder Krabben und diesmal massenhaft winzige durchsichtige und mit braunen Punkten am Schwanz versehene Garnelen. Die krabbelten einfach überall am Wrack und auf den Steinen umher. Mit der Zeit hatte ich einen Blick für Makros entwickelt.
Am zweiten, westlichen Wrackteil lebte eine größere Krabbe zwischen den Spanten. Einer der Taucher fütterte sie mit Muschelfleisch. Schon beeindruckend...
Nach 51 min war dieser TG leider auch schon wieder vorbei.

Alles in Allen war das ein gelungener Tag. Von der Ostsee war ich schon überrascht, soviel Leben hätte ich nicht erwartet. Zudem war das Wasser mit 19-21 Grad recht warm.


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letzte Änderung: 05.09.06